2009/01/28

Bahnhof "Fressbalken" in Würenlos

Bild von Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/SBB_RABe_514Nachdem ich gestern auf DRS3 vorgeschlagen hatte, die WEF-Teilnehmer sollten doch per Zug anreisen statt per Auto/Helikopter, stellte sich die Frage, wie man Dübendorf-Flughafen Zürich-Landquart ohne zu wenden fahren kann. Beim Ausstudieren der Linienführung kamen wir dann wieder auf eine Strecke im "Zürcher" Schienennetz, die nicht für den Personenverkehr verwendet wird: Würenlos-Spreitenbach. Die Autofahrer aus dem Kanton Aargau werden die Linie kennen - sie geht kurz vor dem "Fressbalken" Autobahnraststätte Würenlos über die A1/A3.
Schon vor Jahren hatten Marcel und ich die Idee eines "Park & Ride Fressbalken" - alle Autofahrer aus Richtung Basel, Bern etc. könnten ihren Wagen am Ende des Limmattals abstellen und per S-Bahn nach Zürich fahren. Das Parkhaus könnte man unterirdisch direkt in den Hügel bauen.
Doch bei den vielen Pendlern müsste es wohl ein ziemlich grosser Bahnhof werden, wäre wohl der erste sinnvolle Einsatz der Siemens DTZ in 4-fach Traktion, das wären (304+74)*4 = 1512 Sitzplätze pro Zug. (Ja, es wären mehr ohne 1. Klasse, aber so kann man ja nicht zu den Autofahrern sein :-) ) Noch 4 mal etwa 600 Stehplätze dazu - hey, fast 4000 Personen!

Labels: , , , , ,

2008/12/04

Steckdosen in den SBB

Wer wie ich häufig am Laptop arbeitet und dessen Akku nur etwa 1.5 Stunden bietet kennt das Problem der Steckdosen-Suche. Zum Glück hat man im öffentlichen Verkehr immer häufiger die Chance, das Laptop zu laden. Zwar sind die meisten 220V-Steckdosen in den sogenannten "Business-Abteilen" in der 1. Klasse, es gibt aber auch welche in der 2. Klasse. Diese sind zwar ursprünglich für das Reinigungspersonal gedacht, können heute aber auch ohne Probleme von Kunden verwendet werden.

2002, als ich die Steckdosen erstmals verwendete, fragte mich ein Kontrolleur was das solle, und ob er mir eine Stromrechnung schicken solle - auf eine schriftliche Anfrage bei den SBB hin erhielt ich die Bestätigung, dass ich die Anschlüsse künftig verwenden darf, allerdings auf eigenes Risiko, weil die Spannung nicht garantiert werden könne. Ausserdem werden die Steckdosen nicht aus dem Batteriestrom gespiesen - auf Unterbrecher-Abschnitten (gelb-schwarzes Schild mit geschlossenem/offenem Torbogen) ist somit kein Strom da.

Wo sind nun diese Steckdosen? Hier:
  • Interregio-Doppelstockwagen (IC2000) oben: Kommt man durch die Türe zwischen den Wagen, so ist die Steckdose im Abteil rechter Hand an der Wand hinter der Lehne des Gang-Sitzplatzes.
  • Interregio-Doppelstockwagen unten: Jeweils nach der Glastüre links, entweder im Gepäckabteil oder an der Wand hinter der Lehne des Gangsitzplatzes
  • Im Steuerwagen (Velo-/Familienabteil) oben ist eine im Fussbereich des Sitzes bei der Treppe, die am gegenüberliegenden Wagenende am üblichen Ort. Unten gibt es nur eine, im Veloabteil links, wenn man durch die Glastüre kommt
  • FLIRT (Regionalzüge der Stadtbahn Zug, Südostbahn SOB etc.): Einige in den Türbereichen, jeweils links bzw. rechts der Türe knapp über dem Boden
  • GTW (Thurbos, z.B. Bülach-Schaffhausen): Beim Treppenaufgang zu den höher gelegenen Abteilen der 1./2. Klasse an beiden Zugsenden.
  • ICN (Intercity-Neigezug): Jeweils an den Wagenenden im Gepäckabteil oder unter dem Einzelsitz, wenn man durch die Glastüre kommt rechts
  • S-Bahn Zürich: Die alten DPZ (Blau-Rot) haben leider keine 220V-Steckdosen - evtl. werden aber im Rahmen des Umbaus zu Niederflurwagen welche eingebaut.
    Die neuen DTZ (Weiss-Rot) haben jeweils eine Steckdose im Fussbereich einer der Längs-Sitzreihe oben.

Die Steckdosen im DTZ sind der Grund für diesen Post - ich wollte nun schon mehrere Male in Ruhe arbeiten auf der Strecke Rapperswil-Zürich und löste deswegen den 1. Klasse-Zuschlag. Zum Teil funktionierten die Steckdosen, zum Teil nicht. Als ich anfangs dieser Woche wieder mal in der S15 Platz nahm und die Steckdose nicht funktionierte ging ich direkt zum Lokführer - dieser Stand grad noch bei offener Türe im Gang und unterhielt sich mit einem Kollegen.

Als ich ihm mitteilte, dass die Steckdosen nicht funktionieren würden, meinte er, da wäre wohl der CNC draussen, er wüsse aber nicht wo dieser ist. Marcel (der Lokomotivführer) sei dank wusste ich 1. was ein CNC ist und 2. wo sich dieser befindet. Auf meine Erklärung hin fragte er, ob ich es gleich selber einschalten wolle. Ich verneinte, ich hätte keinen KESO (neuer SBB-Schlüssel). Die 2 Lokführer gingen nach hinten, aber alle Sicherungen waren eingeschaltet. Er meinte, ich solle die Komposition wechseln, er würde warten, bis ich umgestiegen sei (nett!) - und ausserdem eine Störungsmeldung absetzen.

Leider ging es auch in der anderen Komposition nicht - grmpf. Ich schrieb dem SBB-Kundendienst und schilderte meine Erlebnisse. Wenige Stunden später erhielt ich Antwort:

Danke für die E-Mail. Sie teilen uns mit, dass die Steckdosen auf der S15 nicht funktioniert haben. Dazu können wir Ihnen wie folgt antworten: Wir haben vor kurzem festgestellt, dass bei den Hilfsbetriebeumrichtern (HBU), welche schlussendlich das 230V-Netz speisen, ein Problem besteht. Unter ungünstigen Bedingungen kann der HBU eine zu hohe Spannung abgeben, welche schlussendlich die Ladegeräte der Kunden beschädigen oder zerstören könnte. Deshalb wurden alle Steckdosen im Fahrgastraum vom Netz genommen.

Inzwischen wurde eine Lösung für die Behebung dieses Problems gefunden. Dazu wird eine neue HBU-Software geladen. Zurzeit ist diese Software bereits auf drei Fahrzeugen zu Testzwecken geladen. Die Steckdosen sind auf diesen Fahrzeugen auch wieder in Betrieb. Falls die Tests alle positiv verlaufen, wird die Flotte ab 12. Jan 09 geladen und die Steckdosen wieder angeschlossen. Wir rechnen damit, dass bis Ende März 09 alle Steckdosen wieder am Netz sind.

Sehr schön - man hat mich nicht mit einer Standardfloskel abgespiesen, sondern vollumfänglich informiert, besten Dank! Demnächst sollte also wieder Strom da sein in der S15. Lustig dass das Lokpersonal darüber nicht informiert war. Obwohl ich die DTZ eigentlich mag, möchte ich trotzdem Marcel in dieser Sache zitieren:
SIEMENS = Sicher Ist Eins: Meistens Einfach Nur Schrott

Nachtrag: Auf Bahn-Online habe ich noch eine gute Nachricht gefunden: Bis 2010 werden alle Abteile in IC2000, EW IV und ICN mit Steckdosen ausgerüstet.

Labels: , , , , , ,

2008/06/03

Brandheisse Sache...

Gestern hatte ich ein "heisses" Erlebnis der unangenehmeren Art: Ich war grad auf dem Heimweg und stand in Boswil (AG) am Bahnhof.

17:22 Die Barrieren gehen runter und ich hoffe mein Zug kommt - doch das Signal schaltet auf Gleis 2 Richtung Wohlen auf grün. Kommt wohl noch ein anderer Zug.

17:23 Der Postzug naht. Eine Re 4/4 (BoBo würde mein Ex-Studienkollege, der nun Lokomotivführer ist, sagen), etwa 6-7 moderne Postwagen und ein alter Wagen mit gerundetem Dach. Ich schaue hinter ihm her und höre das Knistern: Das Gras neben dem Gleis brennt.

17:24 Ich rufe die Feuerwehr an. Eine abgehackte Stimmte meldet "...erwehrnotruf gewählt." Sekunden verstreichen bis endlich die Verbindung zur Einsatzzentrale steht. Ich erkläre der Dame am anderen Ende die Situation. Wer, Wo, Was, Wann. Die Feuerwehr ist unterwegs. Das Gras lodert mittlerweile an mehreren Stellen - das Bisschen Orangina in meiner Flasche löscht kaum was.

17:26 Der Regionalzug nach Muri, auf den ich gewartet habe, trifft ein. Ich renne zum Lokomotivführer vorne im Steuerwagen und öffne die Tür. Er will gerade die Leitstelle anrufen. Ich sage ihm, die Feuerwehr sei bereits unterwegs und bitte ihn um seinem Feuerlöscher direkt neben dem Sitz. Er meint "Neinnein, das schaffen die dann schon." Hääääääää????? Tür zu, er fährt weiter.

17:27 Einige der Passagiere aus dem letzten Zug fangen an, mit ihren Jacken auf die Flammen einzuschlagen - gute Idee, hätte ich auch drauf kommen können. Aber ich trage Kunstfaser-Klamotten, also trete ich vorsichtig mit den Schuhen die Flammen aus.

17:28 Wir haben die Flammen gelöscht, ich rufe die Feuerwehr wieder an damit sie nicht mehr mit Blaulicht hierhin rasen müssen. Aber sie sind schon fast da.

17:30: Feuerwehr trifft ein. Die ersten rennen einfach so übers Gleis, die späteren schauen genauer. Der Einsatzleiter tippt zuerst auf eine weggeworfene Zigarette, ich erzähle ihm die Sache mit dem Postzug. Er meint, es wäre gefährlich gewesen, dass wir über die Geleise gerannt sind zum Löschen, aber Marcel hat mir die Signale ja erklärt - hinter uns laufen mehrere Feuerwehrleute ohne Blick links/rechts über die Geleise.

Obwohl das Feuer ausgegangen zu sein scheint: Als die Feuerwehrleute kübelweise Wasser drüberschütten dampft es ganz schön - das hätte wieder angefacht werden können, der Wind blies stark genug.

EDIT: Eigentlich gehört ein Bild zu diesem Eintrag, aber mein Server bei Hostpoint antwortet per FTP nur grad wenn er Lust hat...

Labels: , ,