2009/09/01

Strafrechtsauszug - digital signiert

So, seit heute scheint gibt's nun für den normalen Bürger zum ersten Mal ein amtliches Dokument, welches digital signiert erhältlich ist und Rechtskraft hat - der Strafregisterauszug. Dies hat das EJPD soeben mitgeteilt. Und da es um digitale Signaturen geht, will das natürlich getestet werden.

Ich finde die Bestellseite für den Strafregisterauszug unter http://www.strafregister.admin.ch - strafregister.ch hat sich ein Domainsquatter geholt.



Im Menü Auszug bestellen wählen, dann "mit digitaler Signatur" - einfach genug. Nun habe ich zwei Möglichkeiten: Signieren mit separater Signierapplikation (hier sehe ich zum ersten Mal auf einer Bundesseite den Open eGov LocalSigner verlinkt) oder mit integrierter Signierapplikation.

Gut, also weiter. Die Datenerfassung erfolgt durch einen Assistenten, der die zu erwarteten Fragen stellt - beim Bürgerort erfolgt nach Eingabe weniger Buchstaben in schöner Web 2.0-Manier ein Vorschlag, was gemeint sein könnte.


Für die elektronische Zustellung muss ein Passwort gewählt werden - dies ist schade. Es gäbe Möglichkeiten, Auth-Zertifikate hierfür einzusetzen - wer ein qualifiziertes Zertifikat hat, ist meist auch in Besitz eines solchen.




Bezahlung - über das Bezahlsystem der Post - erledige ich per Kreditkarte. Nun wird das PDF-Formular generiert, dieses kann ich herunterladen und erhalte es auch per Mail.
Also öffnen wir dieses mal - und leider wieder eine Enttäuschung: Es ist das gleiche Formular, wie auch für die schriftliche Bestellung verwendet wird. Somit enthält es logischerweise auch kein Unterschriftsfeld. Deswegen also der Link auf den LocalSigner - nur PDFs mit Unterschriftsfeld können auch von normalen Adobe Reader-Versionen signiert werden.

Jetzt der Schock: Ich muss ein Ausweisdokument beilegen! Moment, hab ich da was nicht mitgekriegt? Ich gehe meine Screenshots durch - tatsächlich, es ist ein Scan eines Ausweispapiers nötig.



Für den Leser hier die Erklärung: Das wäre so, wie wenn der Polizist Sie nach dem Führerausweis fragt und dann nach der Identitätskarte, um zu beweisen, dass es ihr Führerausweis ist.
Naja, gut, kann man machen - rüber zum Scanner, Pass drauflegen, PDF generieren.

Nun kommt der LocalSigner zum Einsatz: Ich öffne das Formular und füge unter Einstellungen den Scan des Passes als "PDF Zusatz(seite)" an. Dann noch die Sichtbarkeit deaktivieren (in der Standardeinstellung läge die Zertifizierung genau über dem 2D-Barcode des Formulars), unterschreiben, fertig.


Nun habe ich ein PDF mit angehängtem Pass und qualifizierter digitaler Signatur. Wohin muss das nochmal? Ah ja, da war ja die Mail-Adresse auf der Seite... Such, such - bingo.

Hm, soll ich das Mail nun auch noch signieren? Stand nichts drin, dass es nötig sei - und bei einer Kommunikation mit dem Bakom habe ich gemerkt, dass digitale Signaturen in Bundesstellen nicht so beliebt sind. Aber das hier müssten sie doch verstehen? Also los, das Mail wird auch noch signiert.

Abgeschickt um 10:53 - innerhalb von 6 Stunden während der Arbeitszeit sollte der Auszug da sein. Ich lass mich überraschen.

Fazit bis hier: Endlich mal etwas, wofür ich die digitale Signatur bei einer Behörde brauchen kann. Ich konnte keine Steuererklärung damit abgeben, keine Zivilstandsbescheinigung bestellen, etc... Und nun doch endlich etwas! Nach der ersten Euphorie stellte sich eine gewisse Ernüchterung ein - das EJPD hat hier eigentlich nur einen Papierprozess digitalisiert, ohne die Vorteile der digitalen Welt zu nutzen. Zwar liegt dies im Falle der Ausweiskopie daran, dass auf im qualifizierten Zertifikat weder Geburtstag noch Bürgerort vermerkt sind, und diese deswegen notwendig ist. Doch könnte die Passwortabfrage für den Download durch eine zertifikatsbasierte Lösung erledigt werden, und für den Normalverbraucher wären PDF-Dokumente mit Signaturfeldern die zweckmässigere Lösung.

UPDATE:
Um 11:56 ist das Mail mit dem Downloadlink eingetroffen. Angeklickt, Passwort eingegeben, runtergeladen.
Zertifiziert wurde das Dokument von "Robert Dolder Head of Criminal Records 3", einen Timestamp enthält es auch - doch das Rootzertifikat fehlt mir. OK, Einstellungen des Readers kurz ändern, dass er auch den Windows Certificate Store verwendet.
Hm, Gültigkeit immer noch unbekannt.
Herausgeber-Zertifikat ist... Swisscom Diamant CA 1. Dieses wird (noch) nicht mit Adobe Reader oder Microsoft Windows (auch nicht 7, womit ich es getestet habe) ausgeliefert, ein Manko der Swisscom-Zertifikate gegenüber den SwissSign-Zertifikaten.
Also manuell nachinstallieren... Schön, es läuft - und so nebenbei bemerkt: "... ist im Strafregister nicht verzeichnet". Jawoll!

UPDATE 2:
Der Zeitstempel verwendet ein Zertifikat des Bundesamts für Informatik BIT - um diesen zu prüfen muss noch ein Zertifikat nachinstalliert werden: Das Admin-CA-A-T01 auf dieser Seite.

NACHTRAG zum Validator, Zeitungsberichte:
Was ich hier nun nicht getestet habe aber anscheinend für die Zeitungen wichtig scheint: Der Auszug kann auf einer Webseite angezeigt werden, die dann die Validierung übernimmt. Chicken-and-Egg-Situation, denn ich muss nun natürlich der Webseite/Verbindung trauen. Dies ist allerdings einfach, denn für viele Leute gewohnt:
Ist das Logo blau/grün? (leider noch blau, ein EV-SSL-Zertifikat wäre schön)
Ist ein Schlösschen da / durchgestrichen? (jepp, ist da)
Habe ich alle Fehlermeldungen / Warnungen ungelesen weggeklickt?

Aber ernsthaft, der Validator gefällt mir - denn der Adobe Reader muss ja leider relativ umständlich eingestellt werden, damit Schweizer Signaturen und Zeitstempel richtig verifiziert werden können. Für den Normalbenutzer ist dies sicher ein nützliches Tool.
Er scheint für verschiedene "Dienste" (Mandanten) bereit zu sein, und ist wohl der Open eGov Signature Validator. (Und bevor es noch weitere ausprobieren: URL-Injection funktioniert nicht). Die Prüfung von selbst-signierten Dokumenten schlägt fehl - weil man nicht berechtigt ist, Strafregisterauszüge zu erstellen. Und hier ist der grösste Nutzen des Validators: Er weiss, ob Herr Dolder gestern solche Auszüge erstellen durfte - das Programm kennt die Berechtigungen der Amtsstelle. Adobe Reader kennt diese nicht.

Medienspiegel: Fast alle übernehmen den Text der sda (stellvertretend hier Tagi). ph von der Online PC Zeitung meint es wäre für Leute im Ausland gut - leider falsch, denn für's Ausland brauchts noch ne Apostille. hjm schreibt bei insite-it.ch über die Vorteile für Stellensuchende und das voll digitalisierte HR.

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2009/07/10

Open eGov Local Signer v2

So, nachdem ich über den SwissSigner geschrieben habe, hier nun auch noch ein Post über die neue Version des Open eGov Local Signers.
Dieser existiert schon eine ganze Weile, kam nun aber am 28. Mai in der neuen Version 2.03 heraus. Gegenüber der letzten Version hat sich einiges getan:
  • Die Position der sichtbaren Signatur kann intuitiv mit der Maus festgelegt werden - früher ging dies nur relativ umständlich über Positionsangaben
  • Die Benutzeroberfläche wurde überarbeitet, so kann nun statt einem installierten Adobe Reader auch ein integrierter Viewer verwendet werden.
Für die Zertifizierung von PDFs ist die Auswahl an Programmen ja relativ eingeschränkt: Es gibt die kostenpflichtigen Programme von Adobe (Acrobat), Aloaha (PDF Writer) und die kostenlosen SwissSigner und eben den Open eGov Local Signer.
Die Adobe-Programme haben einen enormen Funktionsumfang - von der Generierung und Überarbeitung von PDFs bis zur Texterkennung, sind aber auch enorm teuer.
Aloaha, vor einer Weile die einzige kostengünstige Alternative, die sowohl die Generierung als auch die Zertifizierung erlaubte, hat ein eher "handgestricktes" Interface.

Die kostenlosen SwissSigner und Open eGov Local Signer unterscheiden sich in ihrem Funktionsumfang auf den ersten Blick nicht gross - beide erlauben Signieren und Zertifizieren (Mehrfahr-Signatur), beide erlauben die Verwendung eines Zeitstempel-Servers.
SwissSigner hat darüber hinaus Funktionen, welche die Integration mit einem IncaMail / PrivaSphere-Konto erlauben. Wer ein solches besitzt, der kann direkt aus der Software heraus Nachrichten verschicken.
Aber: SwissSigner kann nur mit SwissSign-Zertifikaten umgehen (zumindest in der Public Beta, die final soll auch andere verwenden können).

Zurück zum Open eGov Local Signer:
Mir gefällt hier vor allem die Möglichkeit, Profile anzulegen, in welchen Position und Darstellung der Signatur gespeichert werden kann - wer eine Briefvorlage verwendet, der wird meist an der immer gleichen Stelle unterschreiben. Leider speichert Version 2.03 die Profile im Installationsordner ab - wer also das Programm nach C:\Programme bzw. C:\Program Files installiert, der kann bei aktiviertem UAC unter Windows Vista / 7 keine Änderungen an diesen vornehmen. Auch klappt der Trick nicht, die Applikation per Ctrl+Shift+Klick im Administrator-Modus zu starten, es werden gewisse Bibliotheken nicht gefunden.
Ein Update ist jedoch bereits in Arbeit, wie mir mitgeteilt wurde.

Im Menu "Einstellungen" -> "Konfiguration" kann der Profil-Pfad aber geändert werden. Nachdem ich diesen in einen Unterordner meines "Eigene Dateien"-Ordners verschoben habe klappte es problemlos.


Es können alle Zertifikate verwendet werden, die im Zertifikatsspeicher des jeweiligen Betriebssystems verfügbar sind - seien dies Software-Zertifikate oder solche auf Tokens oder Smart Cards.

Noch etwas zu den verschiedenen Lizenzen, unter denen die Programme veröffentlicht werden:
  • Adobe und Aloaha werden unter kommerziellen Lizenzen kostenpflichtig vertrieben
  • SwissSigner, da nach wie vor Beta, wird nur zu Testzwecken zur Verfügung gestellt. Entwickelt wurde es übrigens von der Abacus Research AG.
All diese Programme sind Closed-Source, und es ist eher unwahrscheinlich, dass sie Open Source werden.
  • Open eGov Local Signer ist Closed-Source Freeware, obwohl die erste Version noch unter der GPL / GPL Class Path Exception stand, siehe hier.
Im Gegensatz zu den anderen Applikationen wurde diese Applikation nicht durch eine private Organisation, sondern durch den Staat in Auftrag gegeben - als Teil eines Projektes, welches die benötigten Werkzeuge für eGovernment zur Verfügung stellen soll. Ich hoffe darauf, dass die Applikation eines Tages wieder in den Status GPL Class Path Exception zurückkehrt, so dass sich jeder von ihrer Korrektheit überzeugen und allenfalls sogar daran mitentwickeln kann. Damit würde die Schweiz einen einzigartigen Weg zum eGovernment gehen - Demokratie auch bei der Software.

In Sachen Zertifikate bin ich gespannt, was mit dem neuen, Biometrischen Pass kommt. In der neuen Fassung des Ausweisgesetzes, welche das Stimmvolk ja äusserst knapp angenommen hat, wurde in Artikel 2 folgender Absatz eingefügt:
2quater Der Ausweis kann zudem elektronische Identitäten für Authentisierungs-,
Signatur- und Verschlüsselungsfunktionen enthalten.
Somit wäre es möglich, dass wir künftig einen Pass mit Qualifiziertem Zertifikat haben. Deutschland ist auch auf diesem Weg, siehe hier.

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2009/05/28

SwissSigner Public Beta

Vor wenigen Minuten erhielt ich ein Mail von SwissSign, dass eine öffentliche Beta der Signatursoftware SwissSigner verfügbar sei.
Das musste ich mir natürlich sofort ansehen - hier mal die ersten Eindrücke:
  • Setup sehr gut - wird es unter Vista/Windows 7 mit UAC ausgeführt, so installiert es sich je nach verfügbaren Rechten entweder in den persönlichen Ordner des Benutzers oder in den Programm-Ordner. Vorbildlich
  • Eine Assoziation mit .pdf-Dateien ist nur möglich, wenn Setup mit Administratorenrechten ausgeführt wird. Diese erfolgt dann leider aber primär, so dass PDFs immer mit dem SwissSigner geöffnet werden.
Nun also mal ein erstes PDF erstellen (Export aus Microsoft Word 2007) und mit SwissSigner öffnen - die Oberfläche ist übersichtlich und intuitiv.
Es werden verschiedene Signaturmöglichkeiten angeboten:

  • Einzelsignatur
  • Unsichtbare Einzelsignatur
  • Multisignatur (Zertifizierung)
  • und Unsichtbare Multisignatur
Probieren wir also mal die Einzelsignatur aus - sichtbar.
Die Statusleiste informiert mich, dass ich nun mit der rechten Maustaste das Feld für die Signatur aufziehen könne.



Sobald ich die rechte Maustaste wieder loslasse erscheint ein modaler Dialog und fragt mich nach dem Passwort des Tokens:



Im nächsten Fenster kann ich auswählen, welches Zertifikat ich verwenden möchte (qual, auth), den Ort für die Signatur angeben, ein Bild auswählen (unterstützt werden PNG, BMP oder GIF), einen Grund angeben und die Sprache auswählen:


Alles eingegeben, OK geklickt und schon wird gefragt, unter welchem Namen das signierte Dokument gespeichert werden soll. Vorgeschlagen wird "[Dokumentenname] (Signiert von
[Zertifikatsname])".

Wählt man das qualifizierte Zertifikat, so fragt die Siemens CardOS API noch nach dem 2. PIN für dieses nach, und schon erscheint das signierte Dokument.



Die Draw-Funktion lässt leider in Sachen Geschwindigkeit noch ein wenig zu wünschen übrig - Zoom In benötigt mehrere Sekunden, auch das maximieren des Fensters.
Hier ein Zoom (mit Zensur, das verwendete Bild ist meine Unterschrift) wie die Signatur auf dem Dokument aussieht:

Die erste Zeile ist der Grund, der im Dialog angegeben wird. Zeile 2 wird automatisch erstellt, Zeile 3 besteht aus dem angegeben Ort und dem aktuellen Datum.
Das Datum wird nun der Knackpunkt sein - ich stelle die Systemzeit um einen Tag zurück und signiere das PDF erneut (mit französisch als Signatursprache, mal zum Testen).
Ergebnis: Neuer Vorschlag beim Dateinamen enthält nun "signé par", das ist schön.
Datum und Uhrzeit für die Signatur werden vom Timestamp-Server geholt, das Datum für die sichtbare Unterschrift aber aus der lokalen Systemzeit:

Kleiner Lapsus, der aber sicher noch korrigiert werden kann. Hier noch die Release Notes:



und das About



Fazit fürs Erste: Eine schöne Software, aber es darf noch an den Ecken gefeilt werden. Als Alternative gibt es den Open eGov Local Signer, der mittlerweile das Beta-Stadium verlassen hat (aber nicht mehr Open ist, wie ursprünglich angekündigt). Dieser kann auch mit nicht-SwissSign-Zertifikaten umgehen.

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2009/04/17

Postzertifikat nun immer qualifiziert - und günstiger!

Wie schon letztes Jahr versprochen bietet SwissSign, die Tochterfirma der Schweizerischen Post, nun ab diesem Jahr die qualifizierten Zertifikate in einem vereinfachten Prozess an.

Bis anhin (und noch bei meinem letzten Zertifikat vom 25. Februar 2009) musste man für die Zertifizierung direkt zu SwissSign vorbeigehen - man musste einen Pass oder eine ID vorlegen und die Zertifikate wurden vor Ort gleich auf dem Stick erzeugt.

Für fortgeschrittene Zertifikate gab es schon bis dahin den Weg über die "Gelbe Identifikation". Man geht zum Postschalter, weist sich dort aus, und der Postangestellte macht eine Kopie des Ausweises. Man erhält eine CD mit der Installationssoftware, den USB-Cardreader und die Smartcard.
Einige Tage später erhält man per Post ein Passwort, mit welchem man die "Zertifikate" herunterladen kann. Wie der Prozess genau geht, das möchte ich noch herausfinden und werde da mal noch nachfragen. Schliesslich müssen die qualifizierten Zertifikate, um gültig zu sein, on-chip generiert werden (gem. ZertES) - man lädt wohl nur den signierten Public Key der einzelnen Zertifikate herunter.
Noch die PIN ändern und fertig, die Zertifikate sind einsatzbereit.

Bereits vor Monaten erwähnten SwissSign-Mitarbeiter mir gegenüber, dass sie diesen Prozess gerne auch für die qualifizierten Zertifikate verwenden würden - der geringere Aufwand würde die Kosten natürlich drastisch senken. Doch müssen alle Prozesse, die zur Ausstellung von solchen Zertifikaten dienen, von der Akkreditierungsstelle überprüft werden (KMPG). Das dauert natürlich seine Zeit, doch nun haben sie es geschafft - der Identitätsnachweis kann am Postschalter erfolgen!

Somit sind nun nur noch 4 Schritte nötig, um ein qualifiziertes Zertifikat zu erhalten:
  1. Antragsformular ausfüllen
  2. Gelbe Identifikation am Postschalter (kostet 20 Fr.)
  3. Auf Post von SwissSign warten
  4. Software installieren, Zertifikate runterladen
Was ich leider auf der Seite der Post im Moment nicht sehe, ist, ob die Zertifikate weiterhin im 3-er Pack erzeugt werden: Qualifiziert (für's Unterschreiben ohne Abstreitbarkeit), Fortgeschritten (naja, ich verwende das eigentlich nie), und Verschlüsselung (Exportierbarer Private Key, damit auch später Daten entschlüsselt werden können). Ich nehme es mal an.

Die Preise sind ganz schön gesunken - früher waren es Fr. 390 im ersten Jahr, dann Fr. 200 in den Folgejahren. Nun sind es Fr. 99 im ersten Jahr, Fr. 59 in den Folgejahren - oder einfach Fr. 199 für 3 Jahre. Das USB-Token (Cardreader) ist noch bis zum 31. August 2009 gratis, nachher kostet es 29 Fr. - hey, interessant, jetzt steht da ja Token... mal schauen, ob das weiterhin ein OmniKey Card Reader ist.

Für meine Freundin haben wir nun das Antragsformular schon mal ausgefüllt, gelbe ID machen wir morgen, ich mache ein Update falls sich beim Aktivierungsprozess gross was geändert haben sollte.

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2009/01/08

Postzertifikat und Windows 7 - es läuft auch!

So, Windows 7 ist als Beta draussen - und natürlich will sofort alles getestet sein.
Auf meinem Toshiba Tecra M7 habe ich bis jetzt noch keine Hardware-Komponente gefunden, die nicht mit Vista-Treibern funktionierte.
So auch das Postzertifikat - absolut keine Probleme.
Wie geht's?
  1. Aktuellste JVM runterladen und installieren
  2. Vista-Package der Postzertifikatssoftware runterladen (Version ohne lokale JVM (kleineres File)) und installieren
  3. Neustarten
  4. Internetverbindung herstellen
  5. CardReader einstecken
Es ist wichtig, dass eine Internetverbindung steht, wenn der Reader eingesteckt wird. Damit wird automatisch der neueste Treiber installiert, und nicht die etwas veraltete Version im Package.

Ab hier alles gemäss den sonstigen Anleitungen für Office / Firefox etc. Die Dialoge für die Zertifikatsauswahl sehen in Internet Explorer und Outlook ein bisschen anders aus (Windows 7-Style), sind aber soweit selbsterklärend - Achtung dass ihr das richtige Zertifikat für die Verschlüsselung der Mails auswählt (nur anhand der Seriennummer zu unterscheiden)

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2008/08/21

Open eGov Local Signer neue Beta


So, die Leute vom Bund haben eine neue Version des Open eGov Local Signers rausgebracht - damit können nun PDFs zusätzlich auch mit Zeitstempel versehen werden. Die Angaben für den Timestamping-Dienst von SwissSign (noch in Beta) sind bereits integriert.

Die Beta 1 von Version 2.0 gibt's hier zum Runterladen.

Weitere neue Funktionen:
  • Speicherbare Profile
  • Schöner Splashscreen
Leider lässt sich das Unterschriftsfeld nun nicht mehr direkt positionieren, dies muss man umständlich über das Profil machen - schön wäre hier definitiv eine drag-and-drop-Funktion.

Die Software ist Freeware, kann also von jedermann frei runtergeladen und gratis verwendet werden.

PS: In Hoc Signo Vinces bedeutet gemäss Wikipedia "In diesem Zeichen wirst Du siegen" - hm... vincere, vinceo... ich glaube eher es heisst "siegst du"

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2008/05/30

PDFs signieren, zertifizieren

Leser meines Blogs wissen, dass ich schon eine Weile im Besitz einer qualifizierten digitalen Signatur bin. Doch ausser für Mails ist diese ziemlich unhandlich anzuwenden - in der Kanzlei haben wir zwar Aloaha, aber auf meinem eigenen PC ist keine Software, mit der ich PDFs unterzeichnen könnte. Und - mal ehrlich - wer will für die wenigen Funktionen, die die frei verfügbaren Tools nicht bieten, Adobe Acrobat kaufen? Schon der Reader ist mittlerweile zu einem über 100 MiB grossen Monster verkommen.

Jedenfalls wurde ich letzthin von den freundlichen Leuten bei Privasphere darauf hingewiesen, dass der Bund bzw. das EJPD ein Gratis-Programm zur Verfügung stellt, welches PDFs signiert. Es heisst Open eGov LocalSigner.

Mit diesem Programm lassen sich beliebige PDFs öffnen und graphische oder unsichtbare Unterschriften hinzufügen - Bedingung: Der Adobe Reader muss installiert sein.

Auch wenn es "Open" heisst - nicht vom Namen täuschen lassen, es ist (nur) Freeware. Ursprünglich hiess es auf der Open eGov Plattform dass alle Software unter GPL v2 (mit Classpath Ausnahme) angeboten werden - bis ich nach der Source anfragte, weil die Applikation zur Zeit leider nur mit der lokalen Rechnerzeit arbeitet und kein Timestamping bietet.

Immerhin: Für die nächste Version (ca. in einem Monat) wurde mir die Timestamping-Funktion angekündigt. Vielleicht wird die Funktion grad noch fertig bevor die kostenlose Beta-Phase des SwissSign-Zeitstempeldiensts endet, Hoffnung bleibt :-)

Was gibt's sonst noch? Ah ja, die Schrauben sind mittlerweile angekommen, gleich doppelt innerhalb einer Woche (habe jetzt 32 Stück, mehr als genug, wer braucht noch welche?)

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2008/04/17

Time Stamping mit Swiss Sign

So, seit letzter Woche bietet Swiss Sign nun Time Stamping für Dokumente an - im Betatest zwar, aber bis jetzt habe ich keine Probleme bemerkt.

Was bringt Time Stamping? Das Problem ist, dass digital unterzeichnete Dokumente für den Unterzeichnungszeitpunkt normalerweise die lokale Rechnerzeit verwenden. Damit ist es möglich, ein Dokument vor- oder rückzudatieren, innerhalb der Gültigkeit des Zertifikats natürlich.

Insofern ist ein digital unterzeichnetes Dokument ohne Zeitstempel ähnlich wie eines auf Papier: Ort und Datum schreiben wir von Hand hinein, und keiner überprüft es - nur aus dem Kontext ist der Zeitraum manchmal einschränkbar - zum Beispiel, erst nachdem ich das Dokument zur Unterzeichnung erhalten habe oder vor dem Poststempel-Datum.

Will ich bei einem Papierdokument den Zeitpunkt amtlich sicher festlegen, so bleibt nur die Möglichkeit, diesen von einem Notar beglaubigen zu lassen. Obwohl ich meinen Arbeitgebern hier keine Arbeit wegnehmen möchte - der Weg zum Notar ist meistens lang und für viele Angelegenheiten zu teuer.

Digitale Dokumente bieten hier einen grossen Vorteil: Während des Signatur-Prozesses wird der Hash des Dokumentes vom vertrauenswürdigen (oder besser: zertifizierten) Server signiert. Der Server, die Time Stamping Authority, garantiert somit, dass ein Dokument mit genau diesem Hash zu genau diesem Zeitpunkt existiert hat.

Auf der Webseite bietet Swiss Sign die Konfigurationsdatei für Adobe Acrobat an - doch nicht jeder kann sich dieses Softwarepaket leisten. Ich für meinen Teil verwende die Aloaha PDF Suite, welche auch Signatur und Timestamping zulässt.

Da Swiss Sign die URL der Time Stamping Authority nicht direkt publiziert habe ich angefragt und diese vom Support innerhalb weniger Stunden auch bekommen:

http://tsa.swisssign.net

Nach einem Blick in die FDF-Datei auf der Webseite bemerkte ich, dass ich diese auch selbst hätte herausbekommen können. Leider lässt sich bei Aloaha nicht einfach eine beliebige neue Time Stamping Authority hinzufügen, da die entsprechende Liste verschlüsselt ist und auf dem Hersteller-Server publiziert wird.

Doch die Programmierer von Wrocklage waren sehr nett und schnell - nach einer kurzen Anfrage erhielt ich den verschlüsselten Eintrag zum manuellen Einbau, und bevor ich diesen Eintrag fertigstellen konnte wurde die Serverliste upgedatet.

Wie richtet man es ein? Es könnte nicht einfacher sein:
1. Rechtsklick auf das PDF Suite-Symbol im Systray, Einstellungen
2. Wechsel auf das Register "Digitale Unterschrift"
3. Zertifikatsoptionen einstellen


4. Das kleine Symbol mit Uhr und Schloss drücken
5. TSA-Liste vom Server laden, http://tsa.swisssign.net auswählen, Zeitstempel aktivieren

6. 2 mal OK drücken, fertig

Wenn man nun ein PDF neu erstellt (oder auch später mit "Sign PDF") wird beim Signieren automatisch der Timestamp eingefügt - im Adobe Reader sieht das dann so aus:




Somit sind nun digital signierte Dokumente mit Zeitstempel günstig und schnell möglich - danke an Wrocklage und Swisssign!

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2008/03/18

Postzertifikat, Vista und Windows Server 2003 - es läuft!

So, es ist geschafft:
Gestern kam die neue Version der Postzertifikats-Software heraus, und damit läuft es auch unter Windows Vista.


Aber von Vorne:
Anfang März bestellte ich bei CryptoShop die Siemens HiPath Sicurity API, um weitere Tests mit den Zertifikaten von Post und SwissSign durchzuführen. Die CD, welche ein paar Tage späüter aus Österreich kam war aber leer. Auf meinen Anruf hin konnte ich die Software dann von einem FTP-Server herunterladen.
Die Tests verliefen leider nicht so positiv: Wie sich herausstellte lieferte SwissSign ihre Version der API 3.1B mit speziell angepassten Bibliotheken aus. Die Standard-DLLs erlaubten zwar den Zugriff auf das fortgeschrittene, nicht jedoch das qualifizierte Zertifikat. Also hiess es weiterhin warten, bis SwissSign die neue Software liefert.

Dies geschah nun gestern nachmittag. Ich habe die Software sofort heruntergeladen, hier nun ein Auszug aus meinem Mail, welches ich nach diversen Tests an SwissSign geschickt habe:

[...]
Vista:
  • install_win_vista_noVM erkennt zwar eine mit dem JDK installierte JVM nicht, das ist aber ein allgemeines Problem.
  • install_win_vista_VM läuft problemlos ab und funktioniert tadellos.
[...]
  • Outlook 2007 signiert und entschlüsselt Mails problemlos, Firefox 3.0 Beta 4 funktioniert ebenfalls mit siecap11.dll

Windows Server 2003:
  • Installiert man von install_win_vista_VM, so werden aus der Datei Resource1.zip die API-Dateien der Version 3.1 installiert. Diese funktionieren aber nicht. Mit dem unten beschriebenen Workaround wird 3.2 installiert, dann läuft es.
  • Installation (mit Workaround): Da ich kein Firefox auf dem Server installiert habe bricht das Programm „mz_tool_setup“ gegen Schluss des Setups ab.
  • Terminal-Sessions: Ein am Client installiertes Token wird erkannt, wenn sowohl lokal (Vista) als auch auf dem Server (Windows Server 2003) die 3.2-er API installiert ist.
  • Anschliessend getestet mit Outlook 2003, Internet Explorer 7 und remote-Token: Verschlüsselung, Signatur (auch qualifizierte) und Entschlüsselung funktionieren wie lokal.

Workaround für Windows Server 2003:

1. install_win_vista_VM extrahieren
2. InstallerData\Disk1\InstData\Resource1.zip extrahieren
3. Resource1\$IA_PROJECT_DIR$\API+\windows\SIECADIR\bin\vista\siecacst.exe nach Resource1\$IA_PROJECT_DIR$\API+\windows\SIECADIR\bin\siecacst.exe kopieren
4. Resource1\$IA_PROJECT_DIR$\API+\windows\WINDIR\vista\*.* nach Resource1\$IA_PROJECT_DIR$\API+\windows\WINDIR\ kopieren
5. Ordner Resource1 nach Resource1.zip komprimieren, Ordner wieder entfernen
6. Windows\install.exe ausführen

Damit dieser Workaround nicht nötig wäre müsste das Setup eigentlich nur die API 3.2 installieren, wenn es eine Windows-Version >= 5.2 erkennt (Windows Server 2003, Vista, 2008).

[...]

So, das sollte für's erste Mal reichen. Besten Dank an das Postzertifikats-Team!

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2008/02/01

Postzertifikat - Bald für Vista und andere gute Neuigkeiten!

So, gute Nachrichten!

Gestern bekam ich einen Anruf von Herrn Cavegn, Produkt Manager bei SwissSign. Er hatte meine Anleitung für die Postzertifikate unter Vista gesehen und wollte sich dafür bedanken.

Dazu gabs ein paar wundervolle News, was in Sachen Zertifikate demnächst zu erwarten ist:

  1. Die langerwartete Vista-Unterstützung soll voraussichtlich noch im Februar kommen - mit einer sauberen Installationsroutine, die Treiber, API und alles aufsetzt. Die lange Verzögerung entstand, weil die verschiedenen involvierten Teilkomponenten alle die verschlüsselte Übertragung des Keys an den Chip erlauben mussten.


  2. Der Prozess für die Ausstellung eines qualifizierten Zertifikats soll noch im Laufe dieses Jahres stark vereinfacht werden und dann noch einfacher ablaufen wie bei einem fortgeschrittenen Zertifikat. Basieren wird das Ganze auf der Gelben Identifikation, welche das persönliche Erscheinen bei der Registration Authority ersetzt. Reader, Chip und PIN werden dann getrennt verschickt, die PIN per eigenhändiger Auslieferung. Diese Vereinfachung des Verfahrens erlaubt es dann auch, kostengünstiger zu arbeiten und dies wird auch an den Kunden weitergegeben.

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Qualifiziertes Zertifikat!


So, seit Mittwoch Nachmittag habe ich nun ein qualifiziertes Zertifikat von Swiss Sign. Ausgestellt wurde es in Zürich, und noch macht das ganze Prozedere einen etwas provisorischen Eindruck:

Zuerst komme ich zum Empfang im Gebäude der Post, die freundliche Dame am Empfang wusste nicht, was ein Zertifikat ist. Naja, zum Glück hatte ich einen Namen (der nicht in ihrem Telefonbuch war...) und eine direkte Telefonnummer.

Frau Klug, die das Zertifikat ausstellen würde, holte mich in der Lobby ab und führte mich in eine grössere Büroabteilung, die gerade eingerichtet wird. Ihr Tisch und die Laptops sind mittendrin. Mit den Spickzetteln und etwas Improvisieren gelang es schliesslich, die Keypairs zu generieren und zertifizieren zu lassen. Frau Klug gestand mir dann, dass dies das erste Mal sei, dass sie das mit einem Kunden durchgeführt hatte. Aber sie hat sich tapfer geschlagen, danke vielmals!

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